Die URBEX Erkundung Fort Zorndorf / Sarbinowo 2019

Dieses Objekt befindet sich in Polen und es war eine Spontan-Erkundung.
Das Gelände befindet sich unweit vom Festival Platz Woodstock bei Küstrin.

  • Dieses Objekt befindet sich in Polen und es war eine Spontan-Erkundung. Das Gelände befindet sich unweit vom Festival Platz Woodstock bei Küstrin.

Durch unsere App hatten wir den genauen Standort schnell gefunden. Gut im Wald versteckt, aber auch sehr gefährlich. Wir wussten nicht das es einen normalen Zugang für Besucher gibt und sind daher durch den Wald auf die Koordinaten zugelaufen. Gut, das wir vorsichtig waren, der Wald ist extrem verwachsen, so das der Plötzliche Abgrund kaum zu sehen war… Auf einmal ging es steil 5 Meter bergab.

Ansicht Relifkarte

Tja da kamen wir nicht so ohne weiteres Runter, so haben wir das Gelände umkreist und dann ein kleines Gebäude gefunden von wo aus ein kleines Loch im Boden uns den Zugang über ein Tunnel zum Gelände ermöglichte.

Als wir dann im äußeren Ring standen, sah man vorerst außer die äußere Wand nichts und innen ein Berg…. Als wir einen Pfad zwischen Mauer und Berg eine Weile gegangen sind kam ein kleines Gebäude, das in den Berg führte.
Ein Paar Schießscharten und die Sanitäranlagen offenbarten sich.
Durch eine Treppe nach oben kamen wir in den Berg weiter hinein und auf den Berg rauf. Nach etwas Gesuche kamen wir dann dem größeren Gewölbe immer näher.

Das Fort war einfach Phänomenal, gigantisch und schon eher mehr ein Labyrinth als eine übersichtliche Festung.

Einige Gewölbe waren bereits eingestürzt und von daher war das Betreten sehr gefährlich.
Wir mussten uns langsam und vorsichtig fortbewegen, konnten aber das ganze Objekt komplett erkunden.

Video und Fotomaterial haben wir einiges mit nach Hause gebracht und ich kann kaum abwarten euch unser Film dazu zu zeigen.

Gewölbe – Innenbereich

Nun aber mal zur Geschichte zum Fort Zorndorf – Oder heute im Polnsichen: Fort Sarbinowo

Fort Zorndorf liegt ca. 3 km nordöstlich vom Fort neues Werk entfernt, das sich bei Küstrin direkt an der Oder befindet. Zeitgleich wurde ein weiteres Fort “Fort Gorgast“ auf der Westseite der Oder erbaut.
Die Aufgabe des Fort Zorndorf bestand darin die nördlich liegende Zorndorfer Chaussee vor Feindeinfall zu Schützen und deckte zudem einen großen Teil des Warthe Bruchs.

Die Baumaßnahmen liefen von 1883 bis 1887, das ganze Objekt wurde aus ca. 28 Millionen doppelt gebrannten Ziegelsteinen erbaut.
Aber schon nach Beendigung der Bauarbeiten erwies sich das Objekt als Militärisch weniger nützlich da in der Zeit die Artillerie und Granaten Technik sehr weit voran schritt. Das Fort wurde daher den neuen Technischen Errungenschaften angeglichen und die Grabenkanoniere erhielten noch eine zusätzliche Schützengalerie, um die Flanken der Kanoniere besser bestreichen zu können. Die Fort decke wurde mit ca. 1,5m Stampfbeton verstärkt und die Pulvermagazine versah man mit einer zusätzlichen 5m starken Erdschicht.
Da die Schießscharten der Kanoniere mit 3cm dicken, versenkbaren Stahlplatten verschlossen werden konnten, gilt das Fort Zorndorf als das erste Panzerfort. Für die Bestreichung des Grabens war neben dem Gewehrfeuer auch die 3,7cm Revolver Kanone vorgesehen. Zu einer Armierung kam es jedoch infolge der militärischen Entwertung nicht mehr.

Tobias tief im Inneren der Tunnel

Es handelt sich beim Fort Zorndorf um das Letzte im Deutschen Reich erbaute Fort in dieser Art “Typ Bielhler”

Die Bauten des Typ Biehler sind spiegelbildlich errichtet , der Vorteil dieser Bauart gegenüber der alten Einheits-Bauart weißt den Doppelten Wall Abschnitt im Fort inneren als Besonderheiten auf.

Man errichtete die Kaserne für die Mannschaftsunterkünfte unterhalb der Geschützstellungen und verlegte die sanitären Anlagen in den Mittelwall.
Pulvermagazine wurden nun seitlich, in die nähe des Oberwalls angeordnet und nicht wie zuvor in den Einheitsforts in der Hauptpoterne.

Schießscharten im Sanitärbereich

Das Fort hatte Platz für 60 Mann Artillerie und 250 Mann Infanterie.
Frischwasser wurde über einen Tiefbrunnen in der Mittelkaserne gewonnen und Abwasserzisternen wurden an den 4 Ecken des Fort Grabens errichtet.

Während des 1. Weltkriegs befand sich hier ein Gefangenenlager für französische Soldaten, nach Kriegsende wurde hier ein Übergangslager für Optanten eingerichtet – für Flüchtlinge deutscher Abstammung, welche die neu entstandene Zweite polnische Republik verließen mussten oder vertrieben wurden.

Gewölbe im Innenhof

Ab den 20er Jahren nachdem die Optanten verteilt wurden, übernahm die Reichswehr das Objekt. Zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde hier Munition für die Munitionsfabriken Sonnenberg hergestellt.

Als die Russen das Objekt 1945 Kampflos einnahmen, errichteten diese hier Ihre Artelleriestllungen, die heute teils noch sichtbar sind.

Als der Krieg vorbei war wurde das Fort zum Entschärfen von nicht detonierten Blindgängern genutzt. Das Fort wurde an einigen Teilen schwer zugerichtet, hat dieses aber trotzdem als Ganzes gut überstanden.
Fortan wurde das Fort durch die Polnische Armee als Lager und Schafstall genutzt.

Hier ging es nicht weiter

Ab den 90er Jahren stand das Fort dann endgültig leer und ungenutzt.
Na ja was heißt ungenutzt, Menschenschleuser und Zigaretten Schmuggler fanden dort in den 90er Jahren Unterschlupf und versteckten sich dort.

Eine Nutzung als Museum wäre eigentlich sehr schön nur es scheint keine Investoren oder Genehmigungen zu geben.

Trotzdem bietet das über 100 Jahre alte Fort auch so eine tolle Attraktion und ist für jeden auf “EIGENE GEFAHR” zugänglich. Es wird mit Schildern ausdrücklich darauf hingewiesen, das der Zutritt verboten ist, Einsturzgefahr droht und es Lebensgefährlich ist. Jeder handelt von daher auf eigene Gefahr , sollte er das Fort besuchen wollen.

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Author: Antikmaster2012

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