Flughafen Rangsdorf

Ehemals Sport + Wassersportflughafen Ab 1945 Russischer Militärflughafen und Wartung für Motoren, Düsenantriebe und Helikoptern

  • Wir kamen schon ein Tag vor unserer Tour an und haben die erste Nacht auf einem Alten Platz verbracht, wo schon einige russische Monumente zu finden waren.

Nach einem längeren Marsch kamen wir am Flugplatz an, nach endloser Wiese offenbarte sich langsam der Tower den wir, als Erstes sahen, ein Ehrenvoller Anblick. Aber so näher wir kamen, um so mehr war zu sehen, dass der Verfall schon über alle Gebäude hergezogen war.

Links der im Auftrag der sowjetischen Armee erbaute Motorenprüfstand
Rechts ein Tel des Haupthangars wo mittig der “ Tower ist “ ( nicht zu sehen )

Nachdem wir erst mal die Drohne haben fliegen lassen, um ein Paar Luftaufnahmen zu bekommen, gingen wir dann die ersten Gebäude begutachten.

Eingestürzte Dächer, eingegangene Fenster und zum Teil unbegehbare Böden.
Dieses hat uns aber nicht abgehalten ein großen Teil der Anlage zu begutachten. Von den Hangars und Wartungshallen bis hin zur Küche und Sporthalle, die so verwunderlich es auch ist, in ein Flugzeughangar verbaut wurde.

  • Die Wartungshalle selber war in einem recht fitten Zustand jedoch ist der Vandalismus überall wahrzunehmen und alles voller Graffiti ;(

Leider war die Fertigungshalle verschlossen oder Zugänge zu nahe am Anwohnergebiet dran so, das wir dort nicht rein kamen oder es einfach nicht riskieren wollten uns von Anwohnern erwischen zu lassen.
Die ehemaligen Soldaten und Personal Wohnanlagen sind heute schon privatisiert und saniert – diese haben wir daher weggelassen.

Unsere Fotos findet Ihr unten in der Foto Galerie , unsere verfilmte Doku kommt die Demnächst auf YouTube – Ich muss nur erst mal Lernen wie man professionell Filme schneidet xD

Unser Videobeitrag zum Flughafen Rangsdorf


Unser Youtubekanal : Hier gehts zu Youtube

Nun zur historischen Geschichte des Flugplatzes Rangsdorf:

Die Geschichte beginnt im Jahre 1935 als das Reichsluftfahrtministerium eine Unbebaute Teilfläche des Spiekermnann´schen Rittergutes gegen Entschödigung enteigenen ließ. Das NS Regime plante westlich der Bahnstrecke ; Berlin – Dresden ein Land / Wasser Sportflughafen zu bauen der Teil der Flugsportveransatltungen im Rahmen der Olympischen Sommerspiele 1936 sein sollte, nach Eröffnung am 30. Juli 1936 wurde dort ebenfalls eine Flugschule eröffnet. Die Vorraussetzung war Ideal, Nahe an Berlin, die nähe zum Rangsdorfer See und dem Flachen Gelände.

  • Ebenfalls verlegte die Bücker Flugzeugbau GmbH, der Entwickler von und Hersteller von Sportflugzeugen war, von Berlin Johannisthal nach Rangsdorf.

Betriebswohnungen für Angestellte der Bücker Werke wurden im Südkorso ( heute Walther-Rathenau-Straße ) angelegt.

Am Rangsdorfer See befand sich das Aero-Club Haus und die Reichsschule für Motorflug ( RfM ) – Die Einzige Flugschule in Deutschland die Studenten aus dem ganzen Land anzog.

Ernst Sagebiel, der Architekt vom Tempelhof, war verantwortlich für die Baupläne. Er war ein Genie seiner Zeit in Sachen Architektur.

  • Hier zeigt Otto Graf von Hagenburg seine Flugkünste in einer Bü-133 am 15. Juli 1937.
    Er bezeichnete den Sportflughafen als eines der schönsten in ganz Deutschland und war gerne dort.

Bekannte beim Flugplatz-Rangsdorf:
1. Beate Köstlin die Später Beate Uhse hieß ( Sehr bekannt mit Ihren Läden für Erwachsene 😉 ) lernte dort fliegen.
2. Heinz Rühmann – mietete in Rangsdorf ein Flugzeugstellplatz, weil sein Freund Ernst Udet ( der 2. Beste Flieger im 1. Weltkrieg ) sein Flugzeug dort auch unter stellte.
3. Eli Beinhorn, ( Weitstrecken Fliegerin ) stellte Ihre Messerschmitt ME-108 dort unter.

Als dann der 2. Weltkrieg 1939 ausbrach, wurde Rangsdorf für 6 Monate zum Hauptflughafen und löste damit Tempelhof über die Zeit ab.
Die Lufthansa flog von dort aus die Flüge:
von und nach – Danzig, Königsberg, München, Rom, Prag, Venedig, Bukarest, Athen, Istanbul, Kopenhagen und Stockholm.
Ab dem 21. Januar 1940 auch nach Moskau

Ebenfalls änderte sich auch das Bild des Flughafens langsam von Ziviler Luftfahrt zur Kriegsluftfahrt, es standen überall Deutsche Kampfflieger die dort gewartet und betankt wurden. Nicht weit weg in Zossen-Wünsdorf war das Deutsche Militärhauptquartier

Später setzten die Bücker Werke Französische und russische Zwangsarbeiter ein um die Aufrüstung der Deutschen Luftwaffe vorran zu treiben.
Neben der Eigenproduktion des Gleiters DFS 230 wurden Flügel für die Ju 87, Flügel für die Focke-Wulf Fw 190 und auch für die Henschel Hs 293 Gleitbomber ein Vorläufer der heutigen Drohnen.

Im Zeitraum des Krieges waren viele Maschinen der deutschen Luftwaffe in Rangsdorf stationiert. Es war auch der Flughafen zu dem Graf von Stauffenberg mit Oberleutnant Werner von Haeften geflohen ist, nachdem der Anschlag auf Adolf Hitler an der Wolfsschanze verübt wurde, der am 20. Juli 1944 etwas daneben ging.

Die Produktion in Rangsdorf lief noch bis zum 20. April 1945, am Folgetag floh die Luftwaffe in den Westen – das Spiel war vorbei und Adolf Hitler begann am 30. April 1945 Selbstmord.

Sowjetische Luftwaffe

Die Sowjet Armee übernahm den Flugplatz nach dem Krieg für seine eigenen Zwecke. Ab August 1946 wurde das Bücker Werk wieder in Betrieb genommen – Bücker übernahm die Wartung und Reparatur von Flugzeugmotoren, später dann Düsentriebwerke. In den 70er Jahren wurden Hubschrauber dort repariert.

Ab 1955 Hat die sowjetische Luftwaffe das Signalregiment der 16. Luftarmee in Rangsdorf stationiert. Es wurden einige Gebäude abgerissen und einige wieder neu gebaut.
Die Russische Luftwaffe blieb bis 1994 in Rangsdorf stationiert. Nach dem Abrücken blieben viele unbrauchbare Wracks von beschädigten Flugzeugen, Raketen, Helikoptern und Fahrzeugen zurück.
Nach der Wiedervereinigung wurde der Flugplatz geräumt.
Ab 1955 war hier ein Signalregiment der 16. Luftwaffe der Sowjets stationiert. Die Russen rissen einige Gebäude ab und bauten andere. Sie blieben bis 1994. Zu diesem Zeitpunkt war der Flugplatz voller Müll von anderen sowjetischen Flugplätzen, die nach der deutschen Wiedervereinigung geräumt worden waren Flugzeug- und Raketenwracks und ähnliches.

1995 nahm das brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege das Flugfeld, das frühere Vereinsheim des Aero-Clubs am Rangsdorfer See, das Sozial- und das Kantinengebäude, die vier erhaltenen Hallen aus der NS-Zeit und die Wohnhäuser für Werksangehörige an der Walther-Rathenau-Straße in die Denkmalliste auf .

Fotogalerie – Foto Anklicken

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Author: Antikmaster2012

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